England fing gleich gut an. Es war trüb und feuchtwarm, aber zumindest regnete es nicht und die Engländer von der Fähre hatten uns noch den Tipp mit der kleinen Bäckerei gegeben, wo wir dann erst mal frühstückten. Danach war dann ein richtig schöner Weg mit nur mäßigen Bergen ( zum Glück, denn mir steckten noch die 120 km vom Vortag in den Knochen). Aber trotzdem schafften wir es nicht ganz bis Cambridge und dann fing es zu allem Überfluss auch noch an zu regnen. Da wir kein Quartier fanden, mussten wir die erste Nacht wild campen. Naja, ging dann auch.
Cambridge hat uns dann richtig gut gefallen. Es war total viel los, natürlich wahnsinnig viele Touristen, vor allem aus Asien. Zu lustig, wie die pausenlos Selfies mit den langen Stangen machten! Wir schauten uns die Sehenswürdigkeiten an und stöberten bei Waterstones. Beim Food Shopping war ich aber entsetzt über den Plastiktütenverbrauch (amerikanische Dimension) bei Waitrose. Auch die Auswahl überforderte mich völlig. Auf dem netten Zeltplatz haben wir dann die leckere Suppe aufgewärmt und den Tag ausklingen lassen.
Durch schöne Landschaft bergauf und bergab ging es dann weiter über Oxford und dann entlang dem Kanal Richtung Bristol. Da hatten wir dann leider unseren ersten richtigen Regentag. Puh, und dann mussten wir noch auf unbefestigtem Weg am Kanal entlang , wurden immer nasser und dreckiger und fanden keine Unterkunft. Mussten dann unser Zelt auf einem völlig durchnässten Zeltplatz für richtig viel Geld ( überhaupt war England sehr teuer) aufbauen. Zum Glück konnte man sich in dem versifften Pub etwas aufwärmen.
Der Kanal war sehr interessant, hatte seine besten Zeiten ca. 1830, als er für den Kohletransport ( und andere Güter) nach London genutzt wurde. Es gibt 145 Schleusen und es dauert ewig lange da durch zu schleusen, heute wird es nur noch von Freizeit-Kapitänen ( Holiday on Boat) genutzt. 1913 mit Anbruch des Eisenbahnzeitalters verlor der Kanal an Bedeutung, verfiel, wurde dann aber wieder hergerichtet. Jedenfalls hatte man einen tollen Blick von oben.
Bristol war für mich besonders spannend, weil ich davon so viel aus meinem Englischbuch kannte. Leider konnte ich kaum Fotos machen, weil es beim stadtrundgang schon dämmerte und am nächsten Tag fuhr unser Gastgeber ziemlich schnell vorweg, so dass man kaum Fotos machen konnte. Auf jeden Fall ist Bristol eine hochinteressante Stadt, die viele Möglichkeiten bietet. Ich hätte gern noch einiges angeschaut, aber es sollte nicht sein.
Dann fuhren wir weiter nach Exeter, wo wieder bei einer supernetten warmshower Familie wohnten, die uns viele hilfreiche Tipps gab. Die Fahrt dahin ging auf einer ehemaliger Bahnlinie ( Strawberry Lane) und entlang des Grand Western Canal, traumhafte Strecke. Dann haben wir uns allerdings doch noch verfahren und mussten über den höchsten Berg ever (15 Prozent Steigung), aber wir haben es überlebt und nun kann uns nichts mehr schocken. Den letzten Tag verbrachten wir dann gemütlich in Plymouth und schlossen unseren Englandaufenthalt stilgerecht mit Fish and Chips am Hafen. Um 23 Uhr ging dann die Fähre nach Roscoff, wo wir dies mal keine Kabine hatten, sondern blendend auf unseren Isomatten neben den Schlafsesseln schliefen.