Am zweiten Weihnachtstag fuhren wir über die Grenze nach Laos, wo ein Schiff Richtung Pakbeng ablegte. Es war sehr voll, aber wir hatten gute Sitzplätze.
Der Mekong ist einer der längsten Flüsse Asiens, hier aber noch recht klein. In China hat man schon fünf Staudämme gebaut, die den Fluss verändert haben. Trotzdem gibt es auch noch einige Stromschnellen und wir waren froh, dass der Kapitän immer alles im Griff hatte.
Die meisten Leute fuhren am nächsten Tag mit dem Boot weiter, aber wir stiegen aufs Fahrrad um.
Da die Gegend sehr bergig ist, hatten wir sorge, dass die Strecke anstrengend wird, aber sie war wunderschön und ich war so glücklich wieder auf dem Rad zu sitzen.
Die Kinder in Laos sind wunderbar. Sie freuen sich, wenn sie uns sehen und grüßen fröhlich mit " sabaidee". Insgesamt ist alles deutlich ärmer hier. Die Kinder müssen auch viel mitarbeiten , Holz sammeln, Wasser holen, im Restaurant helfen, auf ihre kleineren Geschwister aufpassen.
Abends fand Arne ein nettes Guesthouse am Rande eines Dorfes. Greg, ein Engländer der zur Zeit mit uns radelt, war auch froh nach 80 km einen so schönen Platz zu finden, denn hier gibt es nicht so viel. Ich ging erst mal in den Nachbargarten und half beim Mais entschalen.
Morgens ist es hier in Laos oft noch neblig und kühl, sehr angenehm zum Rad fahren. Unterwegs haben wir viel,Zeit das Leben in den Dörfern zu beobachten. Hier muss ein Mädchen Reis stampfen.
Wenn wir an einer Schule vorbei kommen und die Kinder gerade auf dem Schulhof sind, halten wir an und ich versuche ihnen ein Lied beizubringen. Dabei haben alle viel Spaß.
Mittags halten wir meist in irgendeinem Dorf bei einem kleinen Stand an, wo es Nudelsuppe gibt, immer sehr lecker. Auf dem Foto seht ihr Greg, einen Engländer, der drei Tage mit uns zusammen gefahren ist. Super nett!
In Laos gibt es längst nicht so viele Tempel wie in Myanmar oder Thailand. Hier war ich zum Sonnenuntergang in Oudomxayi auf dem Berg.
Insgesamt ist es sehr angenehm hier in Laos Rad zu fahren, da allgemein wenig Verkehr herrscht . Unfälle wie diese sieht man selten. Meistens sind Roller oder Fahrräder unterwegs. Die wenigen Autos sind allerdings sehr groß, Pickup oder Geländewagen.
Jetzt, Silvester, sind wir in Nong Khiaow sehr hübsch in den Bergen gelegen, an einem Fluss, der mal der schönste in Laos war, nun allerdings mit mehreren dämmen aufgestaut wurde und träge dahin fließt. Trotzdem sehr schön hier, toll zu Wandern und heute haben wir auch eine spannende Radtour ohne Gepäck am Fluss entlang gemacht.
Am Neujahrstag fuhren wir mit einem Boot Richtung Luang Prabang, aber da der Fluss vor kurzem durch einen Damm aufgestaut ist, konnten wir nur zwei Stunden fahren und mussten dann in einen Minivan umsteigen. Schade, denn es war mal der schönste Fluss in Laos.
Luang Prabang ist eine bezaubernde Stadt, alles so nett angelegt, sauber, gepflegt, teils französische Kolonialhäuser, teils laotische Häuser, viel Grün dazwischen und vor allem viele Bäckereien!
Außerdem liegt sie wunderschön zwischen Mekong und Nam Khan.
Am 2.1. bin ich um 6 Uhr morgens los gegangen um den Almosengang der Mönche mit zu erleben, gemeinsam mit ungefähr tausend anderen Touristen. Eigentlich echt peinlich, aber irgendwie doch beeindruckend. ( vielleicht schreibe ich dazu noch was bei IN BETWEEN)
Nach dem Frühstück haben wir dann eine kleine Radtour zu einem Elefantencamp gemacht. Dort werden Elefanten gehalten, die früher Arbeitstiere waren. Außerdem wird den Tierhaltern  beigebracht, ordentlich mit den Elefanten umzugehen.  Reiten war uns zu teuer, aber wir haben eine ganze Zeit mit den Tieren verbracht und sie auch gefüttert. Es war sehr beeindruckend.
Es gibt hier einige Projekte zur Förderung der Lesefähigkeit und zum Englisch lernen, zum Beispiel " Big Brother Mouse", denn in Laos ist es unüblich nur zum Spaß zu lesen. Ich war zwei Stunden dabei und habe mit den Studenten englisch geredet und dabei viel über ihr Leben hier erfahren.
Natürlich musste man hier auch noch einige Tempel und Klöster besichtigen, denn Luang Prabang ist eine alte Königsstadt und hat viele wunderschöne Gebäude.
Abends waren wir auf dem Nachtmarkt, wo man ganz lecker und günstig essen kann (2€). Also sind wir gut gestärkt für die bevorstehenden Bergetappe.
Ich war danach noch beim "traditional Laos story telling ", sehr nett, zum Glück in englischer Sprache, und ein sehr interessantes Musikinstrument, eine doppelte Bambusflöte ( Khene).
Dann ging unsere große Bergetappe los, die Strecke von Luang Prabang nach Vang Vieng, über die wir schon so viel gelesen hatten und die so hart sein sollte. War sie auch, aber gleichzeitig wunderschön. Am ersten Tag 84 km und 3600 Höhenmeter. Unser ziemlich rottiges Guesthouse war auf knapp 1500m. Auf dem Foto seht ihr übrigens die Hauptverbindungsstraße von Norden nach Süden.
Der zweite Tag begann fantastisch. Auf der einen Seite der tolle Blick ins Tal.
Auf der anderen Seite ein lebendiger Markt, der viele leckere Sachen zum Frühstück bot. Vor allem aber macht es mir immer so viel Spaß die Menschen zu beobachten.
Lange Zeit fuhren wir oben am Kamm entlang durch viele kleine Dörfer bis zu diesem fantastischen Aussichtspunkt.
Und dann ging es ab die Post wieder runter ins Tal zu einem Guesthouse, das direkt neben einer heißen Quelle war, wo man die müden Beine herrlich entspannen konnte. Später beobachteten wir dann die laotischen Kinder beim Baden und waschen, die hatten viel Spaß.
Der dritte Tag hatte nicht mehr anz so viel Steigungen zu bieten. Zum Glück, denn ich war ziemlich an meiner Grenze. Aber wieder wunderschön durch Täler mit Landwirtschaft und viele kleine Dörfer.
Nun sind wir in Vang Vieng, einer ziemlich verkommenen Stadt, die voller junger Backpacker ist, die hauptsächlich Party wollen. Darum haben wir ein Guesthouse außerhalb gewählt und waren nur zum " Sundowner" in der Stadt. Das war sehr entspannt.
An unserem Erholungstag machten wir eine organisierte Tour durch eine Höhle und mit dem Kajak den Fluss hinunter. War ganz lustig, aber gut, dass das nicht unser normales Programm ist.
Die zweitägige Radtour nach Vientiane war erwartungsgemäß nicht besonders schön, aber ok. In Vientiane fanden wir ein sehr zentrales und trotzdem ruhiges Hotel. Es gab schöne Tempel zu besitzen. Vor allem dieser hat mich beeindruckt, denn dort waren mehr als 10000 Buddafiguren ausgestellt.
Aber am coolsten war es für mich abends auf der Uferpromenade des Mekong. Dort wurde nämlich an verschiedenen Stellen Aerobic unterrichtet, und zwar richtig gut! Am liebsten hätte ich mit gemacht, aber leider hatte ich den Tag Magenprobleme. Also habe ich nur zugeschaut.
Dann ging es auch schon weiter gen Süden. Da dort kaum Touristen unterwegs sind, hatten wir auch drei Tage keine Internetverbindung. Sorry! Wir kamen an einem Buddhapark vorbei, der 1958 erbaut wurde.
In den Dörfern waren wir wieder etwas besonderes und wurden begeistert begrüßt oder auch beim nach Hauseweg mit dem Rad in die Mitte genommen . Das macht allen viel Spaß.
Allerdings ging die Strecke auch lange Zeit über Schotterstraße und es war ziemlich anstrengend. So waren wir froh, als wir abends ein Guesthouse fanden, auch wenn das nicht toll war. Wir freuen uns schon, wenn wir mal nicht mehr die Dusche direkt über dem Klo haben.
Nun sind wir hier in Thakhek wieder direkt am Mekong in einem ruhigen Guesthouse mit Garten, aber gerade ist es draußen so heiß, dass wir lieber die Klimaanlage an haben und es drinnen genießen.
Die Stadt ist unspektakulär, hat aber einen netten Markt und gute Restaurants. Es gibt ein paar Kolonialhäuser und die Umgebung ist bergig.
Eigentlich wollte ich unbedingt klettern, aber es gab bei dem Klettercamp leider keine Toprope Routen, so hab ich nur mal probiert, wie der Fels sich anfühlt.
Wir haben dafür eine tolle Stelle an einem sehr sauberen Fluss gefunden, wo man wunderbar schwimmen konnte. War auch schön!
Am 16.1. sind wir 105 km am Mekong entlang gefahren, eine schöne Strecke, die durch viele Dörfer führte. Das ist immer eine gute Gelegenheit um die Einheimischen zu beobachten. So sieht man zum Beispiel gern ganze Familien auf einem Roller.
Mit ein bisschen schummeln (Bus) sind wir aufs Bolavenplateau gefahren und haben uns in einem schönen Resort ein Zimmer genommen, direkt am Wasserfall, den wir natürlich gleich zum Baden missbrauchten.
Am späten Nachmittag wurden etwas weiter die Elefanten gebadet, das war ein beeindruckendes Schauspiel, das wir uns nicht entgehen ließen.
Da unsere Zeit in Laos bald abgelaufen ist, mussten wir am nächsten Tag gleich weiter. Nachmittags hat es dann tüchtig geschüttet, gerade als die Kinder aus der Schule kamen und wir ein Guesthouse suchten. Haben dann aber ein nettes gefunden!
Wir fuhren weiter nach Champasak, einer alten Königsstadt am Mekong, die allerdings eher ein Dorf war und besichtigten dort das Weltkulturerbe Vat Phou, ein alter Khmer Tempel. Sehr beeindruckend.
Dann weiter gen Süden. Leider sind unsere Karten ( auch die online) nicht so gut, so dass es immer ein Glücksspiel ist, ob da eine Fähre oder später ein Guesthouse kommt. Mit der Fähre hat es geklappt, mit dem Guesthouse nicht, das fanden wir erst, als s schon total dunkel war und ich total fertig. Aber irgendwie regelt sich im,er alles. Muss ja.
Jetzt sind wir auf Don Det, einer der 4000 Islands, denn hier ist der Mekong sehr breit und aufgesplittet. Das verändert das Bild und Leben am Fluss total. So konnten wir neben diesen Wasserbüffeln baden.
An unserem letzten Tag in Laos ( 25.1.) besuchten wir die Mekongfälle. Es sind die größten in Südostasien, aber so richtig hoch sind sie nicht. Trotzdem schön und spektakulär. Man muss sich vorstellen, wie die Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts davor standen und ihre Hoffnungen darauf einen Weg über den Mekong nach China zu finden, schwanden.
Wir genossen den Tag sehr, waren nur bis 14 Uhr unterwegs und nutzten dann die Terrasse unseres kleinen Bungalows zum Lesen und Entspannen. Denn am 26.1. gleich nach dem Frühstück ging es mit dem Boot zurück zum Festland, wo wir auf der Nationalstraße 13 zum Grenzübergang nach Kambodscha fuhren. Zum Glück hatten wir Jacqueline und Bert aus Holland getroffen, mit denen wir zusammen fahren konnten und die uns Euro im Dollar tauschten. So gingen die 1730 km in Laos glücklich zu Ende.