Am 23.10. fuhren wir morgens nach Serbien über die Donau. Wie so häufig jetzt im Herbst war Nebel, der sich aber gegen Mittag auflöste. Erst mussten wir viel auf der Straße fahren, was gar nicht lustig war, da die Serben wenig Rücksicht nehmen.
Aber vor Novi Sad ging es dann schön auf dem Deich längs, die Sonne war rausgekommen und der Wind wehte leicht von hinten. So wünscht man sich das.
Novi Sad selbst hatten wir uns anders vorgestellt, aber es war eine hübsche lebhafte Stadt, wo viele junge Leute waren. Auch wurden wir des Öfteren auf Deutsch angesprochen, man gab uns gutgemeinte Tipps und erzählte viel. Die meisten sind sehr gut auf Deutschland zu sprechen, da sie dort eine gute Zeit hatten.
Dann ging es noch ein Stück weiter, am Schluss auf einer fürchterlichen Piste zu einem Nationalpark an der Donau, wo Arne uns ein kaltes Ferienhaus mietete - nein, nicht das von dem Foto. Es war eigentlich ganz lustig, weil da nur einheimische Männer waren, die angeln und trinken wollten. Und mit unseren superguten Schlafsäcken haben wir auch nicht gefroren.
Am nächsten Tag ging es  durch kleine Dörfer, Apfelplantagen und große Felder auf oft viel befahrenen Straßen nach Belgrad, was auch nicht gerade fahrradfreundlich ist. Es dauerte bis14 Uhr bis die Sonne durchkam. Unser letzter richtiger Radtag in Europa, gut zum abgewöhnen.
Arne hatte über airbnb eine kleine Wohnungen in der Innenstadt gemietet und die auch sehr gut gefunden, obwohl die Straßennamen meist in kyrillischer Schrift sind. Das ist doch ein tolles Gefühl für sechs Tage ein Zuhause zu haben.
Belgrad liegt am Zusammenfluss von Save und Donau und ist eine sehr junge und pulsierende Stadt, überall Straßencafés und Kleinkunst, Straßenmusikanten und kleine Verkaufsstände. Wahnsinn, was in der Stadt los ist.
Nachmittags haben wir einen geführten Stadtrundgang mitgemacht und viel über Belgrad gelernt. Am Montag müssen wir dann einiges organisieren, mein Fahrrad knackt, wir brauchen Kisten für unsere Räder für den Flug und wollen einige Sachen nach Hause schicken.
Die sechs Tage in Belgrad haben wir genutzt um uns zu regenerieren und vorzubereiten auf das nächste Abenteuer, Thailand. Hier wird ein Kugellager von meinem Rad repariert.
Natürlich haben wir auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt abgeklappert, aber das sind nicht so viele. Hier seht ihr den St. Sava Tempel, eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt, der aber von innen noch nicht fertig ist.
Ansonsten ist die Stadt an vielen Stellen auch noch völlig kaputt von den Kriegen in den 90igern.
Es gibt auch viel Graffiti, nicht überall so kunstvoll wie hier.
An einem Nachmittag machte ich eine knapp vierstündige Führung zum Thema " damals, Jugoslawien" mit. Das war sehr interessant. Natürlich stand die schillernde Gestalt von Tito im Mittelpunkt und wir besichtigten auch sein Grab, was angenehm auffällig war.
Da unsere Wohnung mitten in der Stadt war, sind wir öfters abends noch mal in die Fußgängerzone gegangen. Da tobte der Bär! Und überall roch es nach Popcorn.