ZWISCHENBILANZ 
Jetzt, nach genau drei Monaten und 5800 km auf dem Rad, ist es Zeit ein kleines Resümee zu ziehen. Ich kann sagen, dass ich keine Minute bereue. Es macht mir so viel Spaß die Welt vom Rad aus zu entdecken. Ich liebe es, den ganzen Tag draußen zu sein. Auch das Tempo ist ideal, denn man kann so schnell anhalten, wenn es etwas interessantes zu entdecken gibt. Außerdem bewegt man sich den ganzen Tag, das ist herrlich, auch wenn es manchmal anstrengend ist.
Wir haben so viele schöne Orte entdeckt. Deutschland ist wunderbar zum Radfahren, vor allem in den nördlichen Teilen. Im Süden war uns manchmal etwas zu viel Verkehr. Ganz besonders gut zum Radfahren ist Holland, hier ist der Radfahrer König. England hat uns überrascht, denn es lief viel besser als erwartet. Natürlich müssten hier noch mehr Radwege sein, aber mit einer guten Karte geht es auch auf kleinen Straßen. Hier waren auch besonders nette Warmshower Gastgeber. In Frankreich gibt es sehr viele gute Radwege, der Loire Radweg ist natürlich der am besten ausgebaute. Da war es ein Vorteil, dass wir in der Nachsaison unterwegs waren. Zu der Zeit haben wir auch noch gezeltet, was mir besonders gut gefallen hat, denn ich liebe es draußen zu sein. Dann kam leider etwas schlechtes Wetter auf. Dem ist man auf dem Rad natürlich total ausgesetzt. Aber auch das ist eine Herausforderung. Man muss damit fertig werden. Durch Süddeutschland war die Strecke nicht so schön, weil wir vom offiziellen Radweg abwichen. Dafür haben wir unsere Familie besucht und das war wunderschön. Der Donauradweg von Passau nach Wien ist wirklich ein Genuss. Leider hat auch hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem bleibt uns die Wachau in besonders guter Erinnerung. In Spitz erlebten wir einen Heuriger. Sehr nett. Ab der Slowakei führte der Weg meist über kleine Landstraßen. Das hat den Vorteil, dass man das normale Alltagsleben der Menschen mitbekommt. Andererseits erlebt man auch Straßenverkehr. In Ungarn sprachen erstaunlich viele Menschen Deutsch. Ansonsten ist dort deutlich die Armut zu spüren. In Kroatien wurde es noch schlimmer. Sehr viele Häuser waren in schlechtem Zustand, sogar noch Löcher vom Krieg in den Hauswänden. In Serbien fiel uns die Gesprächsbereitschaft der Menschen auf. Sehr oft wurden wir angesprochen, oft auch auf Deutsch, und man erzählte uns von den guten Erfahrungen mit Deutschland. Hier in Belgrad fühlen wir uns sehr wohl, da wir endlich mal wieder eine kleine Wohnung für uns allein haben. Das ist wie normales Leben. Aber ehrlich gesagt vermisse ich das gar nicht so sehr. Von mir aus können es noch lange so weitergehen. Eigentlich ist es unglaublich, dass wir schon drei Monate unterwegs sind. Nun wird es spannend, wie es uns in Süd Ost Asien ergeht. Sicherlich wird es anstrengender als beim ersten Teil der Reise. Denn ob ihr es glaubt oder nicht, diese Reise ist definitiv anstrengender als der normale Berufsalltag zu Hause. Aber wir wollen das ja so. Und ich bin wirklich dankbar und glücklich, dass ich diese schöne Zeit mit Arne erleben darf.


HELM ODER NICHT HELM, DAS IST HIER DIE FRAGE
Deutschland: mal ja, mal nein
Niederlande: nicht nötig
England: definitiv ja, und Leuchtweste dazu
Frankreich: nein, schon gar nicht auf der Paradestrecke Loire-Radweg
Österreich: meist nein
Slowakei: waren wir nur kurz, ?
Ungarn: besser ja
Kroatien: ja,denn man fährt meistens auf der Straße 
Serbien: auf jeden Fall ja, es gibt wenig Radwege und die Autofahrer sind recht rücksichtslos
Thailand: eigentlich nein, denn die Roller- und Motorradfahrer tragen meist auch keinen Helm, aber ich fühle mich sicherer, wenn ich die steilen Berge runter sause
Myanmar: ja, als Sonnenschutz
Laos: ja, als Sonnenschutz, bei steilen Abfahrten und um die Haare im Zaum zu halten 


THAILAND
Thailand hat uns sanft landen lassen in Südost Asien. Obwohl der Norden sicherlich noch ursprünglicher ist als der Süden, gab es überall " richtige " Toiletten, immer Strom, viel Wifi und in fast jedem Ort einen 7/11 ( seven eleven ). Aber das typisch wuselige Leben auf der Straße, die vielen goldenen Tempel, die Mönche, die zahlreichen Hähne und Hühner auch mitten in der Stadt, die Gerüche der Garküchen, die vollgestopften  Miniläden gaben einem das Gefühl in einer völlig anderen Welt zu sein und man konnte  den ganzen Tag staunend durch die Gegend laufen oder fahren. Aber die Hitze macht besonders Arne zu schaffen. Dabei haben wir doch schon die kühlste Ecke Thailands ausgewählt. Leider auch die bergigste. Und das haben wir beim Fahrradkauf nicht bedacht und somit mindestens zwei Gänge zu wenig bestellt. Nichts desto trotz ist es wunderschön hier und die Leute sind sehr nett, auch wenn sie manchmal versuchen den " Falangs" etwas mehr Geld abzuknöpfen. Landwirtschaft wird noch mit extrem viel Handarbeit betrieben. Die Häuser sind sehr einfach gebaut. Kleine Straßen noch mit Betonplatten oder Sand, die großen aber in sehr gutem Zustand ( außer an wenigen Stellen ). Eine Besonderheit ist hier in Mae Sot direkt an der burmesischen Grenze: viele Flüchtlinge! Auf dem Weg vom Norden kamen wir an einem endlos langen Dorf vorbei, von dem wir erst später erfuhren, dass es ein Flüchtlingslager mit 40.000 Einwohnern ist. Und die leben in erbärmlichen Zuständen. Zum Glück gibt es viele NGOs, die sich um die Schulbildung und das Gesundheitswesen kümmern. Reiseradler haben wir nur einmal getroffen ( zwei junge amerikanische Pärchen ) und einmal drei Thailänder, die eine 14 tägige Radtour um den Loop machten. Ansonsten fährt hier jeder Roller oder Motorrad. Es gibt auch auffällig viele Pickups, uns wurde erzählt, dass fast jede Bauernfamilie einen hat, können wir aber kaum glauben, da wir auch zahlreiche Familien auf Rollern sahen ( bis zu vier Leute auf einem!). Ein bisschen besorgt verlassen wir jetzt Thailand, da wir in den Radreiseblogs im Internet gelesen haben, dass es in Myanmar doch deutlich rückständiger und schwieriger ist. Aber lassen wir uns überraschen. Das ist das Schöne auf dieser Reise, man weiß nie, was der nächste Tag bringt und es geht immer irgendwie weiter.
ZUGFAHRT VON HSIPAW NACH MANDALAY 
Am Sonntag, 6.12., machten wir uns rechtzeitig auf den Weg zum Bahnhof. Viele Menschen, Einheimische  sowie Touristen warteten schon, dass der Fahrkartenschalter aufmacht. Um 9 Uhr endlich setzte sich ein Mann an den klapperigen Tisch und holte ein zerfleddertes DinA4 Heft hervor, wo er dann beim Verkauf sorgfältig die Passnummer und Nationalität der Touristen eintrug. Man kann sich vorstellen, wie lange das dann dauerte. Eine Fahrt in der "Upper Class" nach Pyin Oo Lwin (140km) kostete umgerechnet knapp 2€. Mit etwas Verspätung fuhr der Zug, der früh morgens in Lashio gestartet war, dann ein. Es gab zugewiesene Sitzplätze, jedoch war mein Platz so wackelig und ohne Polster, dass ich mich einfach woanders hinsetzte, nachdem der Schaffner kontrolliert hatte. Das laute Tuten der betagten Lokomotive kündigte die Abfahrt an, und los ging's. Das war ein Geruckel und Geschuckel, aber die Sitze waren bequemeres gedacht und man konnte die vorbeiziehende Landschaft durch die zum Glück scheibenlosen Fenster genießen. Immer mal wieder Kurzstopps in kleinen Dörfern, wo dann Säcke eingeladen wurden oder der eine oder andere noch zustieg. Einmal kamen wir an einem abgelegenen Kloster vorbei, wo eine Gruppe kleiner Mönche an den Schienen stand. Ich dachte, sie wollten den Leuten im Zug winken, wie das so viele Kinder an der Strecke machten, aber dann beobachtete ich, wie hinten aus der "ordinary class" ein paar Orangen rausgeworfen wurden. Darauf hatten sie offensichtlich gewartet, denn mit großem Gejohle stürzten sie sich auf die Früchte. Der Lokomitivführer schien, genau wie alle Autofahrer, seine Hupe / Tute ( oder wie immer das beim Zug heißt) zu lieben, denn er betätigte sie die meiste Zeit, was den Effekt bei Hunden hervorrief, dass sie zurück heulten. Lustiger Anblick! Gegen Mittag stiegen Frauen zu, die essen verkauften, zum Beispiel gebratene Nudeln, Obst oder auch viel in Plastik verpacktes Zeug. Der Müll flog dann während der Fahrt aus dem Fenster, da kennt man hier nichts. Weiter schaukelte der Zug, mal von links nach rechts, mal auf und ab. Ich musste mich mächtig konzentrieren nicht seekrank zu werden. Auch der Sound der mal schneller mal langsamer ratternden Räder auf den schiefen Gleisen wird mir in Erinnerung bleiben. Als wir uns dem Viadukt näherten, stieg die Spannung. Nun standen auchdraußen eine Menge koreanischer Touristen an den Gleisen, die Fotos machen wollten. Nach zwei kleinen Tunneln war es soweit und wir fuhren im Schritttempo auf die betagte Brücke. Wunderbarer Ausblick auf die Gegend. Nicht schwindelfreie Leute sollten lieber nicht nach unten sehen, denn es war sehr hoch. Fotoapparate klickten und alle waren begeistert, das hat sich schon mal gelohnt. Weiter ging es, bergauf und bergab, man konnte  die Menschen bei der Arbeit auf den Feldern beobachten, ja hätte fast bei dem langsamen Tempo einen Salat klauen können. Richtige Herausforderung war es dann bei dem Gewackel auf die Toilette ( Loch im Boden) zu gehen. Wenn man schlau war, machte man das dann, wenn der Zug gerade ganz langsam fuhr. Irgendwann kurz vor 17 Uhr kamen wir dann an und suchten uns eine Transportmöglichkeiten nach Mandalay, wo wir dann gegen 19.30 Uhr ziemlich erschöpft am Hotel ankamen.



SONNENAUFGANG IN BAGAN
Un 5 Uhr morgens wachte ich auf, noch alles dunkel, sollte ich wirklich schon losfahren? Aber ich hörte schon die ersten Autos die Straße entlang fahren ( wir wohnten direkt an der einfallstraße ins Pagodengebiet ) also zog ich mich leise an und holte mein Rad aus dem Schuppen. Los geht's. Ganz schön finster, dafür aber toller Sternenhimmel. Auf den kann ich mich grad nicht konzentrieren, muss den Weg zum Sonnenaufgangstempel finden. Ein Glück, dass der ganz alte Tempel beleuchtet ist, da muss ich nämlich abbiegen und auf einer Sandstraße queren. Ich bin froh, dass ich so gute Beleuchtung am Rad habe, kann sogar mal mein Fernlicht ausprobieren. Super, geschafft, ich bin auf der anderen befestigten Straße, ,jetzt muss ich nur noch die richtige Abzweigung zum Tempel finden. Da überholt mich ein Elektroroller, sicher Touristen, denen kann ich ja folgen. Und richtig, bald stehe ich vor dem besagten Tempel, denn da sind ja auch schon Taxis und ein Reisebus. Rad anschließen und zu der steilen Treppe gehen, die 60 m hoch auf einen Absatz führt. Ein Burmese beleuchtet die engen Stufen von unten und weist mich an die Schuhe auszuziehen ( Heiligtum!) und unten zu lassen. Ich nehme sie aber mit, denn es ist ziemlich kalt und oben ziehe ich sie heimlich wieder an, sieht im dunkeln ja keiner. Ich habe Glück und erwische den letzten Platz in der ersten Reihe, neben einer koreanischen Reisegruppe, die mit Top Fotoapparaten ausgestattet sind. Teilweise hört man Paare diskutieren, wo wohl Osten ist und die Sonne aufgehen wird, noch ist kein Lichtschein zu sehen. Aber es ist lustig  die anderen Touristen zu belauschen. Dann endlich zeigt sich ein zarter Hauch von Veränderung in der himmelsfärbung, erfanden die ersten an zu fotografieren, aber eigentlich ist noch alles grau. Aber es wird von Minute zu Minute schöner. Der Mond ist als ganz dünne liegende Sichel zu erkennen, morgen istNeumond. Der Nebel ( oder ist das wieder der Rauch der einheimischen Bevölkerung, die ihr Frühstück kochen?) liegt zwischen den Pagoden, es sieht wirklich schön aus. Aber wo bleiben die Heißluftballons? Da, endlich sieht man ein paar in der Ferne noch dicht am Boden. Sieben kann ich zählen, leider sind sie schwarz. Langsam steigen Sie höher und auch die Sonne kommt endlich als großer roter Ball hinter dem Horizont hervor. Es werden immer mehr Ballons, dreizehn insgesamt und sie schweben sanft über die Pagodenlandsxhaft, so schön, dass mir fast die Tränen kommen vor Glück, dass ich das erleben darf. Mit dem Fotografieren klappt es nicht so gut, in echt ist alles viel schöner. Ich genieße den Anblick und vergesse sogar all die Menschen neben mir. Das Licht verändert sich, wird mehr orange. Die Sonne steigt höher und schließlich krabble ich die steile Treppe wieder runter und mache mich auf den Heimweg. Unterwegs sehe ich die Ballons noch aus einer anderen Perspektive über die Tempel schweben und mache noch ein paar schöne Fotos. Völlig beglückt komme ich wieder am Hotel an und  nacheifern heißen Dusche frühstücke ch gut mit Arne.  Was für ein wunderbarer Tagesbeginn!



RESÜMEE MYANMAR 
Vier Woche Myanmar haben mich so voller Bilder und Eindrücke gefüllt, dass ich sicher noch eine Zeit brauchen werde um das zu verarbeiten. Um es vorweg zu nehmen, zwei Dinge haben mich sehr gestört. Das Hochwürgen und Ausspucken von Schleim oder roter Spucke von dem Betelnüsse Kauen und der Umgang mit Müll. Ganze Säcke wurden einfach in den Fluss geworfen und treiben dann hinaus aufs Meer. Schrecklich, aber natürlich wissen sie es nicht besser und verstehen die Zusammenhänge nicht. Aber sonst war es einfach nur faszinierend. Allein auf der Straße bekommt man so viel zu sehen. Es scheint keine Regeln zu geben, außer: wer am lautesten und längsten hupt hat Vorfahrt. Ampeln gibt es nur sporadisch, die Autos sind völlig überfüllt, selbst auf den Dächern sitzen Menschen. Es gibt sehr viele Roller, auf denen auch mindestens zwei bis vier Leute sind. Und viele Radfahrer, auch hier oft mehr als eine Person darauf oder riesige Lasten! Die Fahrtüchtigkeit scheint auch nicht überprüft zu werden, denn alles sieht abenteuerlich aus und Lichter funktionieren meist auch nicht. Bei Einbruch der Dunkelheit spielt man das Spiel: wer das Licht zuletzt anmacht hat gewonnen. Aber immer sind alle freundlich und winken und grüßen, besonders die Kinder , wobei die merkwürdigerweise immer " bye bye " rufen. Ich habe versucht ihnen " hello" beizubringen, weiß aber nicht, ob das nachhaltig war. Dann die Arbeit auf den Feldern, die man von der Straße aus beobachten konnte, wie im Mittelalter! Mit Ochsen oder gar Wasserbüffeln wurden mühselig kleine Felder bestellt. Viele Menschen waren mit demDreschen  der Reiskörner beschäftigt , oder mit dem Einbringen des Strohs. Und das alles bei sengender Hitze. Noch schlimmer sah es im Straßenbau aus. Da wurde alles per Hand gemacht! Und viele Frauen und Mädchen schleppten die schweren Steine in Flipflops ( nix mit Sicherheitskleidung). Kein Wunder, dass der Zustand der Straßen oft so schlecht war, dass man nur 50 km/h schaffte. Auch das Schienennetz war in desolatem Zustand. Manchmal hüpfte der Zug so hoch, dass man dachte, er springt gleich aus den Gleisen, und das bei einer Geschwindigkeit von 30-40km/h. Aber alles spannend, wenn man das nur im Urlaub hat. Das Land ist fast doppelt so groß wie Deutschland, aber fast die Hälfte noch gesperrt für Ausländer. Die dürfen auch nur in bestimmten Guesthouses übernachten und müssen sich immer registrieren. Es gibt schon viele Touristen, aber es verteilt sich gut auf die vielen Sehenswürdigkeiten. Davon hat Myanmar mehr als genug. Wir haben jetzt mehr als genug Buddhas und goldene Tempel gesehen. Und Mönche! Die laufen jeden Morgen  barfuß durch die Straßen u, ihr Essen zu erbetteln. Auch sonst bekommen sie viele Geschenke ( aufwändig in Plastik verpackt) von der armen Bevölkerung, die tief gläubig ist. Aber vielleicht sollte man von dem Reichtum der Tempel mal ein wenig in die Schulen stecken. Es besteht zwar offiziell Schulpflicht, aber viele sind zu arm und so müssen zahlreiche Kinder arbeiten und dürfen nicht lernen. Das merkt man, denn sie können schlecht rechnen, zum Beispiel im Laden , da wird mit Taschenrechner errechnet, wieviel Geld der Kunde zurück bekommt. Auch die Englischkwnntnisse sind mangelhaft, selbst Highschoolscler können nicht die einfachsten fragen beantworten. Da gibt es noch viel Nachholbedarf.. Die Versorgungslage schien gut zu sein, denn überall gab es Essensstände mit leckeren Speisen für wenig Geld. Aber offenbar können sich das nicht alle leisten, denn man sah keine dicken Leute und wir lasen, dass zum Beispiel Lehrer so schlecht bezahlt werden, dass sie nicht mal die Reis Ration für ihre Familie kaufen können. Auch die Versorgung mit Trinkwasser ist noch nichts überall gewährleistet, wohingegen Strom meistens verfügbar war. Tankstellen gab es auch, aber auch viele kleine private aus plastikflaschen am Straßenrand. Wirklich noch ein Entwicklungsland im Aufbruch, aber unglaublich liebenswert, offen und freundlich, was die Leute sofort mit Deutschland verbinden ist Fußball. Sie kennen sogar die Namen vieler Spieler und lieben meistens Bayern Munich. Sie kennen sogar die Ergebnisse der Champions League. Also Fernsehen scheint zu funktionieren. Ich kann nur empfehlen dieses Land zu bereisen, es lohnt sich unbedingt, auch wenn es anstrengend ist, weil man doch auf einigen Komfort verzichten muss und auch  mal spontan Entscheidungen treffen muss, aber es lohnt sich, besonders bevor dieses Land sich durch den Tourismus verändert.



ALMOSENGANG DER MÖNCHE IN LUANG PRABANG 
In allen asiatischen Ländern, die wir bis jetzt bereist haben, ist es üblich, dass die Mönche morgens zum Sonnenaufgang barfuß durch die Straßen laufen und gaben von der Bevölkerung entgegen nehmen.
Hier in Luang Prabang gibt es besonders viele Klöster und besonders viele Touristen.
Eine brisante Mischung. Ich erzähl mal, wie das hier morgens abgeht.
Schon um 5 Uhr trotten die ersten Touristen mit Kameras bewaffnet durch die nächtlichen Gassen um einen guten Platz an der Straße zu ergattern. Ich mache mich erst kurz vor sechs auf den Weg, denn gleich oben an der Hauptstraße findet das erste Happening statt. Auf dem Gehweg sitzen sorgfältig aufgereiht Einheimische und Touristen vor ihren Gaben, die "locals " haben Bambuskörbchen gefüllt mit " sticky rice", die Touristen kleine verpackte Süßigkeiten und Chips. Es ist noch ziemlich dunkel und für hier auch recht kühl. Man friert so vor sich hin. Die Touristen, die den Mönchen nichts geben wollen ( es wird ausdrücklich darum gebeten, das nur zu tun, wenn man wirklich religiöse Gründe hat), stehen auf der anderen Straßenseite und hatten der Dinge, die da kommen. Dazwischen die Frauen, die versuchen, den Touristen Sachen zu verkaufen, die sie den Mönchen spenden können. Ist schon schräge!
Dann kommt plötzlich leben in die schläfrige Menge. Die ersten orangen Umhänge werden gesichtet. Langsam nähert sich die Reihe von Mönchen mit ihren umgehängten Behältern für die Gaben, die sie dann vor jeder sitzenden Person öffnen, so dass die was hinein tun können. Gleichzeitig drängen sich die mit Fotoapparaten ausgestatteten Touristen an die andere Seite um möglichst nah gute Fotos zu schießen. Meistens mit Blitz, da es ja noch recht dunkel ist, obwohl auch hier ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass kein Blitzlicht erlaubt ist um die religiöse Zeremonie nicht zu stören.
Der "sticky rice " wird übrigens mit den Fingern aus der Dose gefischt und zur Kugel gerollt. Ich frage mich, ob die Mönche den später wirklich essen. Nicht sehr appetitlich. Die eingepackten Naschis haben eigentlich nichts in dem Behälter zu suchen und werden dann manchmal in großen Plastikbeuteln gesammelt, oder gleich etwas weiter in bereit stehenden Körben entsorgt. Wahrscheinlich sammeln die Frauen die hinterher wieder ein und verkaufen sie am nächsten Tag an neue Touristen. So zieht die orangene Schlange von Mönchen immer weiter, überall das gleiche Bild. Schließlich sind auch die Behälter voll mit Reis. Der wird dann auch in bereitstehende Gefäße entleert. Es ist alles recht befremdlich. Die Touristen, die sich in die Reihe der Gebenden gesellt haben, ,achten natürlich auch Fotos, vor und nach  ihrer Spende. Ich gehe weiter in die Stadt und entdecke die nächste " Spendemmeile". Hier ist es noch etwas professioneller, denn es wurden kleine Plastikschemel aufgestellt, auf denen die Touristen sitzen können, da die meisten ja nicht so lange am Boden hocken können. Auch die Frauen, die die Spenden verkaufen, sind aufdringlicher und sprechen einen an, ob man was kaufen will. Alles sehr fragwürdig.ich habe auch gelesen, dass die Stadt sich sorgt, dass diese ganze Kultur zerstört wird durch die Touristen, die alles nur noch als Attraktion sehen, den religiösen Hintergrund nicht wertschätzen. Andererseits ist es natürlich ein großes Geschäft für die Bevölkerung. Man wird sehen, wie es sich weiter entwickelt. So ist es jedenfalls sehr skurril, aber das frühe Aufstehen wert.



SABAIDEE LAOS
Laos war ähnlich wie Myanmar aber doch etwas weiter entwickelt.
Hier kauen die Menschen keine Betelnüsse und würgen auch nicht so oft Schleim hoch, das ist wesentlich angenehmer. Allerdings werfen sie auch ihren Müll einfach in die Gegend. In den Flüssen schwamm nicht so viel Abfall herum. Arne meint, das läge daran, dass es nicht so viele Menschen in Laos gibt.
Die Menschen sind auch wieder sehr freundlich und grüßen mit fröhlichem "Sabaidee", aber ein wenig zurückhaltender als in Myanmar. Die Armut ist allgegenwärtig in den Dörfern. Morgens wird vor dem Haus ein Feuer zum Wärmen gemacht, es gibt zentrale Wasserstellen, wo man sich oder seine Wäsche wäscht und Wasser holt ( oft der Job von Kindern, die einen Stab über der Schulter haben, an dem zwei Wassereimer hängen). Überhaupt müssen die Kinder viel helfen, bei der Arbeit auf den Feldern, auf Geschwister aufpassen, Hausarbeit, Holz holen, Verkauf, sie sind oft  bei ihren Eltern, dabei aber auch schon früh auf sich selbst gestellt. Es gibt Schulen, anders als in Myanmar, wo man oft die Kinder im Chor schreien hörte, war es in den laotischen Schulen eher ruhig. Aber ich hätte längst nicht das Gefühl, dass alle Kinder in die Schule gingen. Auch habe ich fast nie jemanden lesen sehen, obwohl sie eigentlich viel Zeit dafür hätten, da sie oft nur sitzen und warten.  Einmal in der Bücherei in Luang Prabang sah ich den jungen Mann am Tresen ein Kinderbuch lesen, leise die Worte mit dem Mund formend, wie ein Erstklässler bei uns. Deshalb gibt es auch Projekte, die das Lesen in Laos fördern wollen.
Die moderne Welt hat dennoch auch in den Dörfern Einzug gehalten, denn wo es Strom gibt, sind meist auch Satellitenschüsseln vor den Hütten und der Fernseher läuft den ganzen Tag mit einfachen  Soaps oder Musikvideos aus Thailand ( die Sprachen sind so ähnlich, dass die Laoten es problemlos verstehen und Laos ist so klein, dass sie kein eigenes Programm haben). Oder Handys, die sind auch schon weit verbreitet. Trotzdem gibt es einen krassen Gegensatz zwischen Stadt und Land. In abgelegenen Gegenden gibt es noch keinen Strom, keine richtigen Straßen, nur Pfade und keine Bildungschancen. Dann sind die Klöster eine Möglichkeit, aber die Jungen verlassen dann früh ihr Elternhaus und die Mädchen haben gar keine Chance. Lao Beer ist sehr beliebt und schmeckt auch gut. 120 Millionen Liter werden jährlich verkauft und das bei knapp 6 Millionen Menschen! Naja, und bei vielen Touristen natürlich. Aber wir haben oft schon zur Mittagszeit Leute, auch Hausfrauen, Bier trinken sehen.
Bei den Männern sind Hahnenkämpfe sehr beliebt, obwohl es wohl offiziell verboten ist. Bei den Wetten geht manchmal der Monatslohn drauf. Die Straßen sind überwiegend in Ordnung, es gibt nicht so viele, denn der Verkehr ist gering, außer rund um Vientiane. Es gibt viele Pickups und SUVs, Minivans und kleine Lastwagen, aber nicht viele normale Privatfahrzeuge. Waren werden oft in den Bussen transportiert. Es scheint, dass die Versorgung lokal organisiert wird, denn es gab wenig Lastwagenverkehr auf den Hauptverbindungsstraßen des Landes, zum Beispiel auf der Nord-Süd-Strecke Nummer 13.
Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Im Norden wunderschöne Berge, teilweise sehr steil und abgelegen. Im Süden flacher und trockener, wie in der Savanne. Nach Vietnam hin wieder bergig. Der Mekong ist erst noch schmal, wird immer breiter, aber es fahren kaum Boote, nur ganz kleine Holzkähne von Fischern. Das Essen ist lecker, es gibt viel Nudelsuppe, auch gern schon zum Frühstück, aber auch Backwaren, wie Croissant oder Baguette und Kuchen in den Städten. Die französische Kolonialzeit hat ihre Spuren hinterlassen. Über die Geschichte habe ich gelernt, dass Laos auch in den Vietnamkrieg reingezogen wurde und viele Bomben abgeworfen wurden. Die Amerikaner nutzen das Land als Basis. Es gibt auch heute noch viele Minenfelder und zahlreiche Opfer, häufig Kinder die Holz holen müssen, die Gliedmaßen verloren haben. Insgesamt hat es sehr viel Spaß gemacht dieses Land mit dem Rad zu bereisen. Alle waren freundlich und man hat sich immer sicher gefühlt. Ganz besonders in Gegenden, wo sonst keine Touristen hinkommen, haben wir uns wohl gefühlt, obgleich man sich leider kaum unterhalten konnte, denn die Englischkenntnisse waren mager.



KAMBODSCHA 
Leider waren wir nur gut zwei Wochen in Kambodscha, aber dieses Land hat mich besonders berührt, nachdem ich mehr über seine Geschichte erfahren habe umd gesehen habe, wie sehr die Menschen im täglichen Leben zu kämpfen haben. Beim Hinein- und Hinausfahren fiel es besonders auf, wie arm dieses Land ist, denn dadurch, dass die meisten Bäume für Feuerholz abgeholzt wurden, ist alles sehr vertrocknet. Hinzu kommt, dass die Regierung Ländereien an die Chinesen verkauft hat, die diese nun abbrennen um Platz für Palmölplantagen zu schaffen. Tragisch, denn die Landbevölkerung leidet darunter. Die Menschen, denen wir in den Dörfern begegneten waren wieder unglaublich freundlich und freuten sich, wenn wir sie grüßten ( hier rief man "hello"). Dass dieses Land fast so arm wie Myanmar war, sah man an der Stromversorgung. In eine, Dorf, wo wir übernachteten, gab es erst seit zwei Monaten Elektrizität. Es sind auch mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs und am Straßenrand stehen die roten Kühlboxen anstatt von Kühlschränken wie in Laos. Aber es gibt auch die Reichen, die dann in dicken Pickups hupend die Straße entlang brausen. Ungerechtes Leben. Die Kunstschätze in Angkor Wat sind gewaltig und der Trubel drum herum auch. Mir gefielen die ruhigen abgelegenen Dörfer besser. Und es fiel auf, dass sehr viel wert auf Bildung gelegt wird, besonders bezüglich der englischen Sprache, denn überall sah man private Englischschulen. Die Märkte sind bunt, die Mode auch, viele Frauen laufen in einer Art geblümter Schlafanzug herum. Aber die Kinder auf dem Lande ( dort haben Familien oft bis zu 12 Kinder) tragen Lumpen. Wiederum de Schulkinder in ihrer Uniform sind sehr gepflegt. Deshalb können die Armen ihre Kinder auch leider nicht zur Schule schicken. Ach, eigentlich könnte ich stundenlang von meinen Eindrücken berichten, aber ich denke, die Fotos sagen mehr.